Endamarariek im Norden von Tanzania  – Schulkinder  (Bild Dr. G. Heeb)

IMPFUNGEN als Schutz gegen Krankheiten

Impfungen sind wirksame Schutzmassnahmen gegen schwere schwere Krankheiten, die heute (fast) verschwunden sind (Kinderlähmung, Pocken, Starrkrampf).  Die Impfung nützt konkret nicht nur dem Individuum, sondern auch der gesamten Bevölkerung (Herdimmunität).
In der letzten Zeit sind einige Impfungen neu auf den Markt gekommen (gegen Hepatitis B und A, gegen humane Papilloma Viren und gegen gewisse Formen von Hirnhautentzündungen.  Leider ist auch die Schweiz von einem  Mangel an Verfügbarkeit von gewissen Impfstoffen betroffen. Dies erschwert die Beratung des Hausarztes.
Vor Auslandreisen sollten sich erwachsene Personen wie auch Kinder gegen länderspezifische Krankheiten impfen lassen. Dies betrifft die Impfungen gegen Hepatitis A, gegen Tollwut gegen Typhus und gegen die japanische Encephalitis. Führt die Reise in gewisse Länder Südamerikas und Afrikas, ist eine Impfung gegen Gelbfieber indiziert. Dazu muss eine autorisierte Impfstelle aufgesucht werden.  Die Beratung aller anderen Impfungen ist grundsätzlich beim Grundversorger (Hausarzt)  resp. beim Kinderarzt möglich. Vergessen Sie nicht, bei Ihrem Besuch den Impfausweis und den Reiseplan mitzubringen.

Grundimpfungen

Starrkrampf (Tetanus) (Tet),  Diphtherie (D), P ertusssis (Keuchhusten) (P) Antigene sind enthalten in  Tdpur®, Revaxis®, Infanrix®, Boostrix®, Pentavac®, Hexavac® .
Impfschema: Alter:  2 Monate;   4 Mon. ;  12-13 Mon.;  4-7 Jahre;  11-15 Jahre;  25-29 Jahre , dann alle 20 Jahre ;  nach dem 66. Geburtstag:  alle 10 Jahre.
HiB gegen Hämophilus influenzae  bei Kleinkindern bis zum 2 Jahr.

Kinderlähmung  (Poliomyelitis) Antigene (IPV) sind enthalten in Poliorix,  Revaxis,  Boostrix Polio, Pentavac.  Früher gebrauchte Impfstoffe wurden in Tropfenform (oral) verabreicht (OPV) und hiessen Poloral, Salk, Trivalent.
Kombinationsimpfstoffe enthalten die T, die D, die P , die IPV (und weitere wie HiB und HBV) Komponenten
Impfschema Kinderlähmung: 2 Mon; 4 Mon.;  12-13 Mon.; 4-7 Jahre.
Sind insgesamt 4 Impfungen gegen Kinderlähmung (in der Kindheit) erfolgt, ist eine Auffrischimpfung nicht mehr alle 5 bis 10 Jahre notwendig. Reisen Sie in  gewisse Länder in Asien und Afrika , kann eine Auffrischung gegen die Kinderlähmung  empfohlen sein.

MMR   Masern, Mumps, Röteln  
Sind Sie nach 1963 geboren, sollten Sie 2 mal gegen Masern (und Mu Rö) geimpft sein (Priorix®, MMR, weitere);
Impfschema:  9 Mon.; 12 Mon oder später, falls nicht 2 mal geimpft Nachholimpfung  empfohlen.

HPV   (humane Papillomaviren) (ab 11 Jahren bis 26 Jahre)  für Jugendliche,  2 Impfung vor dem 15. Geburtstag im Abstand von 5 – 6 Monaten, nach dem 15. Geburtstag  3 Dosen. Der Impfstoff verhindert die Ansteckung mit 9 Virustypen und damit möglicherweise bis 90% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs und bis 90% aller Fälle von Genitalwarzen

HBV   Hepatits B
Impfschema: 2 Dosen im Abstand von 5 -6 Monaten vor dem 16. Geburtstag. Nach dem 16. Geburtstag  3 Dosen im Abstand von 1 Monat und 6 mindestens 5 Monaten). Es gibt einen Impfstoff Infanrix Hexa. Ist dieser im Säuglingsalter schon 3 (bis 4) gegeben worden und bestand ein Impfabstand von 6 Monat zwischen der 2. und 3. Dosis, besteht ein Schutz gegen Hep. B

FSME   Zeckenhirnhautentzündung
(3 Dosen), die Impfung ist ab circa 6 Jahren sinnvoll für Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten (in der CH alle Kantone ausser Genf und Tessin). Sie besteht aus 2 Spritzen im Abstand von mindestens 1 Monat. Eine Auffrischimpfung ist erstmals nach 1 Jahr, später alle 10 Jahre nötig.

Men ACWY   gegen die bakterielle Meningitis  (Meningokokken vom Typ ACWY) mit einem quadrivalenten Impfstoff (Menveo)
Impfschema: 2 Jahre ; 11 – 15 Jahre,  im Norden von Europa wäre ein Impfstoff gegen Meningokokken vom Typ B  erwünscht, weil dieser Typ der häufigste  Erreger der Meningokokken Meningitis ist.  Der Impfstoff existiert, ist aber in der Schweiz noch nicht registriert.

gegen Grippe (jährlich im Herbst),

PCV  gegen Pneumokokken  (bei Kleinkindern im 2. Mon; 4. Mon; 12. -13.Mon., bei Erwachsenen in bestimmten Situationen) , gegen Herpes Zoster (1 Dosis),
gegen Windpocken ab dem 11.-15. Lebensjahr, 2 Dosen, falls bis dann nicht an Windpocken erkrankt. Diese Impfung kann auch in Kombination mit MMR im Alter von 9. Monat und 12. Monat verabreicht werden.

Reise  Impfungen

Der Hausarzt kann Ihnen auf Grund der Destination, der Aufenthaltsdauer und des Reisestils Impfungen empfehlen gegen:
Gelbfieber
HAV  Hepatitis A (Havrix® 1440 oder 720 je nach Alter) und gegen  HAB  Hepatitis B (Engerix®) (Leberentzündung), gegen HAV und HAB  A und B  (Twinrix®) ;
Typhus (Vivotif®),
Hirnhautentzündung (Meningitis (Menveo®)/ Enzephalitis/ Frühsommer Meningo Enzephalitis FSME (Encepur®, FSME Immun®) Tollwut (Rabipur®) .

Die Impfung gegen Hepatitis A ist ein sehr häufig gebrauchter Impfstoff. Wenn Sie das Merkblatt „Auslandreisen“ downloaden, haben Sie dort eine kurz gefasste Übersicht zur Hand. Eine Impfung gegen die Malaria und gegen die Immunschwäche existiert nicht.  Es ist auch keine Impfung  gegen Dengue – und gegen das Zika Fieber verfügbar!

Impfempfehlungen für Afrikareisende
In gewissen afrikanischen Ländern ist eine Gelbfieberimpfung (Stamaril). Häufig  gilt, dass bei Übertritt von einem afrikanischen Land in ein anderes die Gelbfieberimpfung verlangt wird. Für Kenia ist die Gelbfieberimpfung ebenfalls empfohlen, ausser Sie reisen lediglich in die südliche Küstenregion (Mombasa/Tsavo Park).
Für Sansibar und Tanzania kann (selten) eine Gelbfieberimpfung am Zoll verlangt werden, auch wenn keine offizielle Impfempfpflicht für dieses Land besteht. Damit am Zoll nicht geimpft werden muss, ist eine Impfung empfohlen, alternativ kann ein Impfbefreiungszeugnis ausgestellt werden.

Impfempfehlungen für Mittelamerika und für die Karibik:
Je nach Reisedauer und Reisestil gegen Hepatitis A, Hepatitis B und Typhus impfen.
Impfempfehlungen für Südamerika:

Für das ganze Amazonasgebiet ist eine Gelbfieberimpfung sehr zu empfehlen, ebenfalls seit 2017 auch für die meisten Regionen in Brasilien inclus. der grossen Städte wie Rio und oder Sao PaoloBeim Übertritt von einem südamerikanischen Land in ein anderes kann die Gelbfieber Impfung verlangt werden. (Beispiel Einreise von Brasilien aus in gewisse süd- und mittelamerikanische Länder! Für längere Reisen ist eine Impfung gegen die Hepatitis A, Hepatitis B und gegen Typhus empfehlenswert.

Impfempfehlungen für Asien:  Gelbfieber kommt in Asien NICHT vor!
Eine Impfung gegen Gelbfieber ist deshalb für Asien nicht notwendig, wenn Sie von Europa anreisen. Für längere Reisen ist eine Impfung gegen die Hepatitis A, Hepatitis B und gegen Typhus empfehlenswert. Je nach Reisestil auch gegen die Japanische Enzephalitis (Ixiaro) und gegen die Tollwut (Rabipur). Bedenken Sie, dass Sie sich nach einem Tierbiss in asiatischen Ländern unverzüglich gegen Tollwut impfen lassen müssen. Sie können sich beim Hausarzt vor der Reise mittels 2 Dosen  gegen Tollwut impfen lassen.
Bei allen abenteuerlichen Reisen
wie z. Bsp. Trekking und Rucksacktourismus mit hygienisch schlechter Verpflegung ist eine Impfung gegen die infektiöse Gelbsucht (Hepatitis A) sowie gegen Typhus empfohlen.  Für Tropenlangzeitaufenthalter, für schwangere Frauen, für Kleinkinder und für Diabetiker und Reisende mit Kreislauf Erkrankungen ist vor jeder Reise eine reisemedizinische Konsultation angezeigt!
Krankenkassenleistung: Impfungen müssen in der Regel bar bezahlt werden. Die Impfung gegen Starrkrampf, Kinderlähmung, Zecken Hirnhaut entzündung und Masern Mu Rö sind Pflichtleistungen der Krankenkasse (KVG). Die übrigen innerhalb der Zusatzversicherung nach VVG.

Kommentar

Vor Auslandreisen ist eine Ueberpfüfung Ihres Impfbüchleins beim Hausarzt oder Impfarzt empfehlenswert. Dank der Impfungen können heute viele Krankeiten verhütet werden (Kinderlähmung, Starrkrampf, Diphtherie, Masern, Hepatitis A und B, Gelbfieber, Tollwut, weitere).
Noch nicht alle Kinderkrankheiten sind besiegt wegen  ungenügender Durchimpfung (Masernfälle in Europa!).

Die Palette an angebotenen Impfungen ist gross, Ihr  (Haus) Arzt kann Ihnen auf Grund Ihrer Destinationen und Ihres Reisestiles beraten. Vergessen Sie nicht, die Grundimpfungen  gegen Tetanus, Ma Mu Rö und Kinderlähmung aufzufrischen.

Keine Lebendimpfstoffe dürfen geimpft werden, wenn Sie gewisse Medikamente einnehmen (Biologika, Krebsmedikamente, Kortison, weitere), weil Ihre Immunabwehr geschwächt ist. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie die Reise buchen!

Bei gewisse Impfungen (Hepatitis B,  Japanische Enzephalitis, Tollwut und FSME (Zecken), ist zu beachten, dass ein Impfschutz erst nach mehreren Impfungen aufgebaut wird.
Warten Sie nicht bis kurz vor der Abreise für den Impftermin. Eins bis drei Monate vor Abreise ist ideal. Kürzer vor Abreise ist auch noch sinnvoll!

Wünschen Sie ein UPDATE Ihres Impfbüchleins, schicken Sie via osir.ch die Impf Daten an consultosir. Sie erhalten schriftliche Impf- Empfehlungen .

Weitere Informationen 

Impfplan Schweiz 2019,  ( für Aerzte/INNEN | MPAs)   Synopsis Impfplan, Kurzfassung (BAG) , pdf;
impfplanBAGvolltext-2019

Impfupdate   (für MPAs | Aerzte)  Erfassung der Impfungen aus  mehreren älteren unübersichtlichen Impfbüchlein

Infektionskrankheiten und Impfungen bei Asylsuchenden  
https://doi.org/10.4414/smf.2019.08081  Ehrenzeller S, Notter J, Wallnöfer-de Jong A, Spirgi D, Masserey Spicher V, Tarr P

(Nachimpfungen dTp IPV bei Erwachsenen, Stand 2018, für Aerzte | MPAs, (BAG)
Nachholimpfungen ungeimpfter Kinder dTP IPV (für Aerzte  |MPAs), Stand 2019, (BAG)

Impfungen für Kinder und Jugendliche, (für Eltern | Aerzt/Innen) , medix, (Dr. R. Soler, Dr. U. Beise) Jan. 2019,

Havrix oder Twinrix? Hepatitis A oder B Impfstoffe- DIE QUAL DER WAHL  (für Aerzte | MPAs | Eltern) (Dr.G.Heeb)

Impfungen Erwachsene Kommentar zum Schweizerischen Impfplan 2018 mediX

Reisemedizin Für Ferien ohne Nebenwirkungen  mediX Gesundheitsdossier (2018), (Dres. R.Soler + U. Beise)

Fakten zu Impfungen   „Factsheets“  verständliches Informationsmaterial für Laien über
Humane Papilloma VirenHepatitis  A , Hepatitis  B,  DiphtherieTetanus Pertussis,  MasernMumpsRöteln, Meningitis  C, Pneumokokken, Zecken, Windpocken

Impf Arzt Schweiz (mit Impfangebot) |  Gelbfieberimpfstellen Schweiz autorisiert

Die OSIR übernimmt keinerlei Verantwortung für gesundheitliche Schädigungen, die allfällig aus den hier angebotenen Informationen abgeleitet werden könnten. Nicht-Fachleute sollten bedenken, dass  diese Seite niemals einen Ersatz für eine ärztliche medizinische Beratung darstellt.
aktualisiert : Dr. G. Heeb    –  12.04.2019